nachgereicht: Make Do And Mend – Everything You Ever Loved (VÖ: 31.08.12)

8. Februar 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Make Do And Mend bewegen sich auch auf ihrem zweiten Album zwischen Punk-Rock und melodiösem Post-Hardcore, klingen dabei aber weniger rauh als auf ihrem Debüt End Measured Mile. Die Instrumente sind stärker voneinander abgegrenzt, der Sound ist klarer, die Melodien sind eingängiger und bei Drown In It schleichen sich Streicher ein. Wer jetzt aber Angst vor einem Mainstream-Album hat, muss sich keine Sorgen machen: Songs wie Storrow widersetzen sich diesem Vorwurf mit lauten Gitarren und James Carrolls stimmlicher Energie.

Nach einem Opener wie Blur, dem großartigen St.Anne und dem abschließenden Desert Lily möchte man Make Do And Mend eigentlich nur noch gratulieren. Zu der Homogenität des Albums und der Fähigkeit Songs zu schreiben, die von vielen Problemen erzählen und eine gewisse Melancholie innehaben, den Zuhörer aber nicht in dieser Stimmung versinken lassen. Sowohl musikalisch als auch textlich gibt es fast immer ein voran treibendes Element, z.B. die schneidende Gitarre in Disassemble oder Zeilen wie: „One day who I am and what I lack won’t be the same thing.“

Free Sampler: This Is What Feminism Sounds Like!

23. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Riot Grrrl Berlin hat seinen zweiten kostenlosen Sampler mit diesmal satten 71 Songs veröffentlicht! Das Spektrum reicht von Punk, Grunge und Hardcore über Instrumental bis hinzu Dub, Hip Hop, Elektro und Pop, wobei die rockige Fraktion traditionell am stärksten vertreten ist, prinzipiell kommt aber jedes Riot Grrrl auf seine musikalischen Kosten. Inhaltlich liegen die Tracks der Künstler aus aller Welt mal mehr, mal weniger nah an der Feminismus/Gender-Thematik, mit am deutlichsten werden Lena Stoehrfaktor, die Jolly Goods, die Decibelles, Stereowoolf (die übrigens bald ihre erste EP rausbringen), Pussy Riot (feministische Putin-Protestband aus Russland), Abstract Random….

Ach, einfach sofort runterladen, zuhören, rocken! Bis zum nächsten Sampler im April.

Bikini Kill – Pussy Whipped

18. November 2010 § 2 Kommentare

Rebel Girl, Rebel Girl,

You are the queen of my world.

Rebel Girl, Rebel Girl,

I know I wanna take you home,

I wanna try on your clothes!

Bikini Kill sind eine Band für wütende Mädchen (was nicht bedeuten soll, dass Jungs sie nicht auch lieben dürfen). Für Mädchen, die erkennen, dass die Welt so, wie sie ist, nicht nett zu ihnen ist und für Mädchen, die das nicht einfach so hinnehmen wollen. Solche Mädchen finden sich auch heute, mehr als 15 Jahre nach dem Release von „Pussy Whipped“, dem offiziellen Debutalbum der Band, wieder im Geschrei von Kathleen Hanna, das man zwar nicht immer versteht, weil die Aufnahmequalität, von heute aus betrachtet, eher schlecht anmutet, von dem man aber trotzdem weiß, dass sie genau das sagt, was man selbst immer wieder herunterschluckt. Dazu kommen Billy Karren (git), Tobi Vail (drums) und Kathi Wilcox (bass), die die Texte mit Hardcorepunk unterlegen, der so vor Energie sprüht, dass man nicht anders kann als im Zimmer herumzuspringen. Die Songs sind direkt auf den Punkt, kaum einer dauert länger als zwei Minuten, und die Texte, oh, die Texte. Ein einziges großes „Fuck YOU!“ an die patriarchale Gesellschaft, die dir vorschreiben will, wie du dich zu geben hast, was du (sein) darfst und was auf keinen Fall. Ein Mittelfinger gegen Männer, die Frauen als reine Sexobjekte sehen, und gegen Frauen, die das auch noch gut finden. Ein Manifest für die Selbstbestimmtheit. Und so weiter. Das ist plakativ, klar, aber mit einer solchen Intensität, dass es nicht loslässt. Eine Intensität, die macht, dass man die Platte nicht in harmonisch-glücklichen Situationen oder zum Einschlafen hören kann (auch weil man wegen der Kürze andauernd zum Plattenspieler rennen muss, um sie umzudrehen), die aber retten kann, wenn die Welt einen mal wieder geärgert hat.

Antillectual – Start from Scratch!

15. November 2010 § Ein Kommentar

Don: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, das hier ist die Don Piel Show, heute wieder mit Elle Honkytonk als Gast. Elle, welche Platte hast du uns heute mitgebracht?

Elle: Das neue Album von Antillectual aus Nijmegen. Das heißt Start from Scratch! und ist Ende Oktober bei Destiny Records erschienen, in Zusammenarbeit mit mehreren Labels europaweit.

Don: Das ist inzwischen schon ihr drittes Album und sie haben sich prominente Unterstützung geholt, nicht wahr?

Elle: Ja, bei „So much more“ singt Heleen Tichelaar von Midnight Menace mit. Und bei „Cut the Ground from under our Feet“ hat Chris Hannah von Propagandhi mit ins Mikro geschrien, das ist auch der härteste Song des Albums, bei den meisten anderen bewegen sie sich sehr geschickt zwischen Melodic Punk und Hardcore. Das ist zwar keine Neuerfindung der Rockmusik, aber schon eine aufregende und gleichzeitig eingängige Mischung.

Don: Ja, ein tolles Wechselspiel von Hooklines und Breaks, und die Texte sorgen auch dafür, dass es einem mit dem Album nicht so schnell langweilig wird.

Elle: Das Themenfeld umspannt die Wirtschaftskrise, die Hausbesetzerszene und Tierschutz, beziehungsweise Vegetarismus und das durchaus auf eine gewitzte Art. Manchmal finde ich es ein bisschen zu parolenbehaftet.

Don: But that’s Punk!

Elle: Nur eine persönliche Anmerkung, Don. Die meisten Songs sind viel zu gut abgestimmt, als das mich das wirklich stören würde. Das ist eine sehr gute Produktion.

Don: Stimmt, es ist fast ein bisschen glatt, stellenweise. Dürfte ruhig etwas mehr Schrammeln. Aber der Beliebtheit wird dieser Sound sicher nicht im Weg stehen.  Mein Lieblingsstück ist übrigens gleich das erste Lied. Ein sehr gelungener Opener, der zieht mich jedes Mal so richtig in die Platte rein und dann lasse ich sie doch ganz laufen, obwohl ich erst nur das eine Lied hören wollte.

Elle: So much more versucht dazu den passenden Abschluss zu bilden, mit einer singenden Menge am Ende. Das klingt sehr nach einer Konzertzugabe. Wobei ich sagen muss, dass mein Lieblingssong „Some of my best Friends are Meat Eaters“ ist. Aber das Album ist insgesamt sehr gut.

Don: Für Fans von Melodic Punk lohnt sich auf jeden Fall intensives reinhören. Vielen Dank, dass du gekommen bist, Elle!

Elle: Immer wieder gerne.

Don: Und zum Schluss haben wir noch den Opener-Track „Every Crisis is a Moral Crisis“ für euch.

Antillectual

15. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

… sind ein Bandtrio aus Nijmegen und seit 2002 aktiv. Sie vermischen Einflüsse aus Punk und Hardcore mit politischen Texten und sind bereits mehrmals durch Europa und die USA getourt.

…Infos, Musik und Merch findet ihr auf der offiziellen Homepage.

… das dritte Album Start from Scratch! findet ihr gegen eine beliebige Spende ganz legal hier.

Wo bin ich?

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